Quelle:Geschichte der Stadt Freiheit. Zur Eröffnung des Heimatmuseumsim Jahre 1927.

Bergbau

vom † Stadtsekretär Bernard Hampel

Die zu Beginn dieser Aufzeichnungen gesagt wird, war der Hauptsitz des Bergbaues am Fuße des Rehorngebirges, wo deutsche Bergleute eine Kolonie gründeten, dem das "Bergstadtl Freiheit unterm gülden Rehorn" seine Entstehung verdankt.

Über die näheren Daten und Schicksale der Gold- und Silbergruben selbst sind leider keine beglaubigten Nachrichten vorhanden, mit Ausnahme einiger Ausschreibungen in den alten Protokollbüchern der Stadt Freiheit.

In den vorhandenen Privilegien unserer Stadt wird der Bergwerke im Jahre 1546 Erwähnung getan und denselben ist auch zu entnehmen, dass sich Kaiser Rudolf II. anno 1580 über Bitten der Bürgerschaft bewogen fühlte, den ihm gebührenden zehnten Teil (Zehent) der Ausbeute nachzulassen und zu gestatten, dass das nötige Grubenholz unentgeltlich den kaiserlichen Waldungen entnommen werden kann; auch wurden alle anderen Abgaben erlassen.

Laut Urkunde vom Jahre 1577 gehörte ein Teil der Bergwerke in Freiheit und "die große Pinge" in Klinge dem Herrn Silber von Silberstein. Auch Freiheit besaß in Klinge einen Stollen der großen Pinge nebst der Wirtschaft Nr. 5 samt Feldern, wofür Freiheit noch 1767 an die Herrschaft Wildschütz den Ouartalszins von 1 fl 33 kr entrichtete.

Die Ergiebigkeit des Gold- und Silberbergwerkes wurde am 04. März 1673 vom Landprobierer Karl von Goldtburg überprüft, welches Ergebnis wörtlich besagt:

"Der Goldschlich hat gewogen 39½ Dukaten Wiener Markgewicht, wögt 8 Loth weniger ½ Ouintel. Ist heraus kommen 21 Dukat: in durchgüßen Golt fein 23 Karat 11 gran."

Am 08. August 1679 hat Graf Bräuner samt der Ehefrau und des Herrn Bruder, Weihbischof in Olmütz, auch ein böhmischer Adeliger Schalschky, zusamt zwei Paters Geschwister, das Bergwerk in Augenschein genommen und durchgangen, wie auch das Pochwerk besucht.

Im Jahre 1681 wurde der alte Schacht mit Holz ganz neu ausgebaut und ein neues Dach gemacht.

Am 17. Juli 1764 wurde das Bergwerk auf Anordnung des Fürsten Schwarzenberg vom Direktor Matthias Slama und Rentmeister Johann Wenzel Swietecky nebst dem Bürgermeister Franz Anton Stephan und einigen Ratsherrn der Stadt Freiheit in Augenschein genommen.

Am 23. August 1764 wurde das Goldbergwerk vom fürstlichen Bergverwalter Karl Schindler neuerlich besichtigt und am 25. desselben Monates von dessen Sohne Johann genau vermessen, beschrieben, eine Karte verfertigt und dem Fürsten Schwarzenberg zum Gebrauche übersandt. Am 05. März 1765 ist im Beisein des Rentmeisters Swietecky, des Bürgermeisters und einiger Ratspersonen durch den Christoph Gregor und dessen Sohn in das Bergwerk aus Klinge eingefahren worden.

In demselben Jahre wurden Rundschreiben verfasst und versendet, mittelst welcher Käufer zur Übernahme von Kuksen aufgefordert wurden und Versuche gemacht, den Bergbau zu erneuern, welcher durch das Aufblühen des Kuttenberger Bergwerkes sehr zurückgegangen war.

Infolge der herrschenden Kriegsunruhen (siebenjähriger Krieg) fanden sich keine Kaufluftige als Anteilnehmer an den Bergwerken. Aus dieser Ursache und wegen geringen Ertrages wurde vom Herrschaftsbesitzer Fürst Schwarzenberg im Jahre 1772 das Bergwerk aufgelassen und 178l das Pochwerk zur Gänze abgetragen.

Somit wurden nach hundertjähriger Ausbeutung die Betriebe der Gold- und Silberbergwerke in Freiheit eingestellt, welche den eigentlichen Anlass zur Gründung unserer Stadt gegeben hatten.

Auch nach Kohle und Graphit wurde am Kuhberge und Klippelberge geschürft. Die letzten Schürfungen wurden 1853 und 1854 auf dem Klippelberge auf Kosten der Herren Anton Fischer aus Hohenelbe, Ignaz Seiffert in Freiheit Nr. 64, Pfarrer Wenzel Fuchs u. a. auf der Parzelle K.-Z. 216 vorgenommen.

Das Unternehmen wurde aber wegen Wassereinbruch nach erreichter Tiefe von 45 Ellen und wegen Geldschwierigkeiten (Anschaffen eines Pumpwerkes) wieder eingestellt. Sichtbare Spuren dieser Bergwerkstätigkeit sind auf beiden Bergen, am Kuhberge und Klippelberge, heute noch zu ersehen.

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